AutorenErika Dreier

Erika Dreier, geboren 1945 in Utzendorf BE, wuchs in Zürich auf und lebt heute in Altendorf SZ.

Sie betreibt das Kunstatelier art99 und ist Mitarbeiterin von räume99.

Zu ihren Veröffentlichungen gehöre Dir; Der Clown, der sein Lachen verlor und Trödelgeschichten.

2009 bis 2011 absolvierte sie den Studiengang Literarisch Schreiben an der Schule für angewandte Linguistik (SAL), in Zürich.

Die Geister sind hellhörig ist der Titel von Erika Dreiers Debutroman. Und nicht nur die Geister sind hellhörig. Hellhörig wird auch jeder Leser dieser einfühlsam erzählten Geschichte einer Krankenschwester, die mit ihrem Mann und den beiden Kindern nach Paraguay reist und in einem Busch-Hospital den Ureinwohnern, dem Indianerstamm der «Enlhet» zu helfen versucht. Im notdürftig eingerichteten «Hospital» wandelt sich ihr Idealismus angesichts der äusserst beschränkten Mittel bald in Verzweiflung und Ohnmacht. Sie lernt, die selbstverständliche, autonome Lebensweise der Ureinwohner zu respektieren, beginnt zu erkennen, wie wenig sie ausrichten kann und, dass es nicht in ihrer Macht steht, diesen Menschen «Hilfe» zu bringen. Ohne die dringend nötigen Medikamente muss sie, selber mit ihrem dritten Kind schwanger, hilflos zusehen wie die Indio-Kinder an Infektionskrankheiten wie Keuchhusten oder Masern sterben.

Erika Dreier schrieb dieses Buch als Abschlussarbeit für den Studiengang «Literarisch Schreiben» an der Schule für angewandte Linguistik, SAL, in Zürich. Die Protagonistin des Buches trägt autobiographische Züge. Eigene Erfahrungen in der Entwicklungshilfe haben Erika Dreier die Grundlage für ihren Roman Die Geister sind hellhörig geboten. In ihrer überaus feinfühligen Erzählung, die mit wenig beschreibenden Sequenzen aber treffsicheren Formulierungen das Wesentliche auszudrücken vermag, lässt Erika Dreier vor den Augen des Lesers den Chaco Boreal, den Busch Paraguays und dessen Ureinwohner lebendig werden. Wie im Busch wären zu viel Worte nur Ballast, nutzlose Luxusobjekte einer überzivilisierten Welt. Es ist ein einzigartiges Erlebnis, durch die Augen von Anna, der Krankenschwester, dieses fremde Volk zu entdecken, sie einen einzigen, langen Tag zu begleiten und mit ihr an unserer tatsächlichen Hilflosigkeit zu verzweifeln.

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Radiosendung (SRF 1) BuchZeichen: live von den Solothurner Literaturtagen Mai 2013
SAL Blog: http://www.sal.ch/blog/das-schreiben-gelernt--wie-kinder-das-gehen-lernen